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Klaus Voormann

Wird verdient mit dem Echo für sein Lebenswerk ausgezeichnet …

© picture-alliance/dpa/A. Burgi

… und Klaus Voormann hat er sich mit seiner Entscheidung diese Auszeichnung zuückzugeben ganz bewusst Zeit gelassen. Er habe die Texte des umstrittenen Albums von Farid Bang und Kollegah gelesen, um sich so eine fundierte Meinung bilden zu können. Mit der Rückgabe des Preises wolle er „sein Unverständnis ausdrücken gegenüber der Verantwortungs- und Geschmacklosigkeit aller verantwortlichen Beteiligten, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen“.

Klaus Voormann kritisiert weiter, dass die Rapper nicht nur ausgezeichnet wurden, sondern dass ihnen auch noch „eine martialische Performance“ bei der Gala ermöglicht worden sei. „Meinen Laudator und Freund Wolfgang Niedecken und mich derart ins offene Messer laufen zu lassen, indem man uns beide und große Teile des Saalpublikums damit in Schockstarre versetzt hat – und das, obwohl wir nicht eine Textsilbe verstanden haben –, zeugt nicht für die Wertschätzung einer Lebenswerk-Auszeichnung“, schreibt er.

Van Morrison & Joey DeFrancesco

You’re Driving Me Crazy

Starke Kollaboration

Van Morrison kann beides: Quantität und Qualität. Mit »Roll With The Punches« und »Versatile« veröffentlichte der Nordire im letzten Jahr sein 37. und 38. Studioalbum.

2018 steht bereits Nummer 39 in den Startlöchern. »You’re Driving Me Crazy« heißt die Platte, mit der er einmal mehr sein enormes Spektrum offenbart.

Dafür holte er sich einen starken musikalischen Partner.

Standards, Klassiker, Hits

Er kann es nicht lassen. Mit 72 Jahren zeigt sich Van Morrison in absoluter Höchstform und präsentiert mit »You’re Driving Me Crazy« bereits das fünfte Album in vier Jahren.

Wie bereits bei »Versatile«, seinem letzten Album, widmet sich der nordirische Singer-Songwriter dem Jazz. Der Blues kommt aber ebenfalls nicht zu kurz.

Dafür holte er sich einen besonderen Gast ins Studio: den US-amerikanischen Organisten und Trompeter Joey DeFrancesco. Gemeinsam haben sie für »You’re Driving Me Crazy« ganze 15 Stücke aufgenommen. Dazu gehören Coverversionen bekannter Klassiker wie »Miss Otis Regrets« von Cole Porter, »The Things I Used to Do« von Eddie Jones und »Every Day I Have The Blues« von Peter Chatman.

Außerdem warten auf dem neuen Album Neuinterpretationen eigener Stücke aus Van Morrisons riesigem Katalog, zum Beispiel »Have I Told You Lately«, »The Way Young Lovers Do«, »Goldfish Bowl« und »Magic Time«. Das gesamte Tracklisting von »You’re Driving Me Crazy« finden sie im Folgenden.

Unterstützt werden Van Morrison und Joey DeFrancesco auf der Platte von DeFrancescos Band, bestehend aus dem Gitarristen Dan Wilson, dem Drummer Michael Ode und dem Saxofonisten Troy Roberts.

Jazzstandards, Bluesklassiker und eigene Hits: Mit »You’re Driving Me Crazy« veröffentlichen Van Morrison und Joey DeFrancesco 2018 ein abwechslungsreiches und spannendes Kollaborationsalbum.

Rezensionen

»Der alte Grantler sprüht vor Tatendrang. (…) Der tief im Jazz verwurzelte Sound dieses 39. Morrison-Werks weckt gar Erinnerungen an das legendäre ›Astral Weeks‹ (1968). Der 72-jährige Ire singt enorm inspiriert, angefeuert von DeFrancescos Jimmy-Smith-artiger Hammond-Orgel und dem Groove von Joeys Begleittrio.« (Audio, Mai 2018)

 

The Dead Daisies

Burn It Down

Gerade einmal fünf Jahre ist es her, dass sich The Dead Daisies in Sydney gründeten. Die Mitglieder der australisch-US-amerikanischen Hardrockband sind aber längst keine Neulinge mehr: Doug Aldrich (Whitesnake, Dio), John Corabi (Mötley Crüe, The Scream), Marco Mendoza (Whitesnake, Thin Lizzy), Deen Castronovo (Bad English, Journey) und David Lowy (Red Phoenix, Mink).

2018 meldet sich die Supergroup mit ihrem mittlerweile vierten Album aus dem Studio. Hier ist »Burn It Down«.

Eines ist sicher: Innerhalb kurzer Zeit haben The Dead Daisies einen großen Eindruck auf die Rockszene gemacht und es geschafft, etwas zu bekommen, was jede Band begehrt, aber nur so wenige haben: HARD CORE FANS! Sie lieben die Daisies und die Daisies lieben sie! Rock ist wirklich lebendig und es geht ihm richtig gut!!!

Rezensionen

»… geht es mit Gitarren-­lastigem Hard Rock knallhart zur Sache. (…) Auch der raue Sound der neuen Stücke passt bestens zum Stil der Gruppe, das Team um Produzent Marti Frederiksen mit Anthony Fox (Mix) und Howie Weinberg (Mastering) hat hier ganze Arbeit geleistet.« (Good Times, April / Mai 2018)

 

Courtney Marie Andrews

May Your Kindness Remain

Die Musik von Courtney Marie Andrews ist das Beste, was es derzeit im Country-Bereich zu hören gibt. Ihre Songs speisen sich aus persönlichen Erlebnissen, sind aber so gearbeitet, dass jeder sich darin wiederfinden kann, zumindest jeder, der schon einmal geliebt hat, jemand Geliebtes verloren hat, bzw. sich warum auch immer allein gelassen, traurig und schwach gefühlt hat.
Ihre Kunst und das Leitmotiv vieler ihrer Songs ist es, den Stolz ihrer Figuren zu zeigen, diesen Erfahrungen nicht ausgewichen zu sein und daraus neue Stärke gezogen zu haben und zu ziehen. »I wouldn’t have it any other way« heißt es in dem Song »Took you up«.
Doch Andrews kreist bei weitem nicht nur um sich selbst. Einzelne Texte sind stolze, feministische Selbstbehauptungsstatements, in »Two Cold Nights in Buffalo« thematisiert sie Gentrifizierung und in »Border« die Verzweiflung mexikanischer Einwanderer im Wüstengebiet im Süden der USA (»Thorns in his hair, dust in his teeth / Coyote man, land of the free, / A water can, land of the free«).

Seit ihrem 16. Lebensjahr hat sie sechs Alben produziert. Ihr großes offizielles Debüt jedoch war 2016 das Album »Honest Life«. Da war sie 26. Bei ihren Auftritten im letzten Jahr scherzte die beinah schmerzlich natürliche Künstlerin, dass sie gerne so gut malen würde, wie ihre Mutter es wohl kann, und dass sie statt dessen Bilder (Metaphern) in ihre Texte einfließen lässt. Ja, man kann sich den »Table for one« aus dem gleichnamigen Song vorstellen; so geht einem das mit allen ihren Songs. Sie legt große Genauigkeit in die Zeichnung dieser Vignetten. In ihrem Vortrag, zwischen expressiv und behutsam, zwischen sanft und triumphierend, setzt sie den dicken Pinselstrich genau so treffend wie den zarten Tupfer.

Mit dieser Stimme kann die Andrews das. Ihre Klarheit und ihr Timbre erinnern dabei in den kraftvoll gesungenen Passagen an Iris DeMent, es fallen einem auch Linda Ronstadt oder Emmylou Harris ein. Live lässt sie auch schon einmal ihre innere Janis Joplin frei. In Interviews beklagt sie mitunter, dass Rezensenten sie reflexhaft mit weiblichen Künstlern vergleichen, aber für ihre Stimme sind diese Vergleiche hoffentlich zulässig. Der Gesamtsound der Songs von »Honest Life« liegt, von ihr bewusst darauf angelegt, sehr nah bei Jackson Browne oder Ryan Adams. Die (musikalisch) warmen 70er lassen grüßen.
Auch »May Your Kindness Remain«, das neue Album, von Mark Howard produziert, klingt weiter nach den 70ern, also zeitlos, doch die dicken Pinselstriche überwiegen. Wer also ein Problem mit großen Gesten hat, wird auch seine Probleme mit dieser Platte haben. Die Leadgitarre (Dillon Warnek) ist dröhnender, die Orgel (in manchen Songs sogar zwei!) noch hervorstechender, der Backgroundgesang von Gospelsängerin C. C. White soulig. All dies treibt, so fühlt es sich an, Andrews dazu, noch kraftvoller zu singen, mit noch mehr Inbrunst als zuvor schon, und diese Form entspricht ihrem Anliegen: ihre Charaktere, die Verlierer Amerikas, in ihren Nöten, aber auch ihrem Trotz und neuer Unbeugsamkeit zu zeigen.
Mit dieser grandiosen Sprengung all der stilistischen Zurückhaltung setzt sie ihre Figuren sonisch frei, gerade wie William Eggleston in seinen ikonischen Farbfotos ganz ähnliche Figuren (zum Beispiel den Supermarkt-Trolley-Zusammenschieber) in Licht badete und ihnen so ihre zuvor geraubte Würde im Übermaß zurückgab. »It’s kindness that makes them beautiful«.
Courtney Marie Andrews: »May Your Kindness Remain« (Loose Music/Rough Trade), Tour: 13.4. Berlin, 14.4. Amsterdam, 15.4. Köln, 16.4. Brüssel

((c) Junge Welt 2018 / by Frank Schwartzberg)

 

 

Joachim Witt

Rübezahl

Zahlreiche Sagen und Märchen gibt es von »Rübezahl«, dem berühmten Berggeist des Riesengebirges. Eine weitere Interpretation erscheint 2018 mit dem neuen Album von Joachim Witt.

Der deutsche Musiker entpuppt sich darauf einmal mehr als talentierter Geschichtenerzähler und als facettenreicher Künstler obendrein.

Viele Male erfand Joachim Witt sich bereits neu und gestaltet immer am Nerv der Zeit maßgeblich deutsche Musikgeschichte. Er stellte sich schon immer, manchmal provokativ, seinen Kritikern und scheute vor Politik- und Gesellschaftskritik nie zurück. Zeitlos sind seine Hits »Der Goldene Reiter«, der den ausufernden Kapitalismus mit seinem Wahnsinn in dieser Welt beschreibt, und »Die Flut«, der das Streben nach einem besseren Leben auf unserer Erde, darstellt.

16 Alben veröffentlichte Witt seit 1980. Beginnend mit Silberblick, welches auch »Der Goldene Reiter« beinhaltet, über das 1998 erschienene Comeback-Erfolgsalbum Bayreuth I, das Platin-Status erreichte, bis DOM in 2012 mit der Singleauskopplung »Gloria« und dem kontrovers diskutierten Video dazu.
Eine besonders enge Verbindung zu seinen Fans baute Witt über seine letzten Alben »ICH« und »THRON« auf, die er durch eine Crowdfunding-Kampagne realisiert hat, um unabhängig von Dritten an seinen musikalischen Visionen arbeiten zu können. So entstand nun auch das neueste Werk des Ausnahmekünstlers.

Rübezahl – melancholisch, magisch und dunkel. In Zusammenarbeit mit Lord Of The Lost-Mastermind Chris Harms als Produzent entsteht das bisher düsterste Album in Witts gesamter Diskographie.

Thematisch unter anderem angesiedelt im Gebirge, bei Riesen und Berggeistern, beweist Joachim Witt hier wieder einmal mehr auch seine Liebe zum romantischen Naturalismus, ohne dabei seinen ureigenen Stil zu verlieren. Rübezahl ist launisch, temperamentvoll, rigoros, stolz, Freund und Feind und zieht auf wie ein musikalisches Gewitter!

 

Axel Rudi Pell

Knights Call

Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Axel Rudi Pell sein letztes Album veröffentlichte und damit seine Balladen-Reihe fortsetzte.

2018 ist der Bochumer Gitarrenvirtuose aber wieder auf rockigeren Pfaden unterwegs. Mittelalter-Mystik gibt es ebenfalls: auf »Knights Call«, seinem neuen, mittlerweile 17. Studioalbum.

»Ich habe lieber jahrelang konstanten Erfolg als nur ein Hit-Album, an dem mich alle ständig messen.« Axel Rudi Pell muss es wissen. Immerhin dauert seine Solokarriere beinahe drei Jahrzehnte. Im internationalen Hardrock-Universum ist Pell ein Phänomen. Ein Musiker, der unter dem Radar fliegt, aber keineswegs unsichtbar ist. Ein ehrlicher Handwerker, der eben dieses noch von der Pike auf gelernt hat. Schreibblockaden kennt er nicht, Wellenreiterei mag er nicht. Der alte Werbeklassiker trifft auch auf Pell zu: Da weiß man, was man hat.

Der Nachfolger von »Game Of Sins« (2016 auf Platz 11 der deutschen Charts) heißt »Knights Call« und ist das 17. (in Worten: siebzehnte!) Studioalbum des Gitarristen. Allein diese Tatsache spricht für sich und die Konstanz, mit der er seit 1989 Alben auf den Markt bringt. Alle sind übrigens bei ein und derselben Plattenfirma SPV/Steamhammer erschienen und haben weltweit über 1.5 Millionen Käufer gefunden. Aber das ist kein Grund, sich auf diesem Erfolg auszuruhen. »Warum sollte ich aufhören?«, fragt der 57-Jährige und gibt sich selbst die Antwort: »Solange ich das machen kann, was mir am meisten Spaß macht, bin ich zufrieden.«

Im Prinzip lebt Pell ein Leben, von dem andere nur träumen: Er hat nicht nur sein Hobby zum Beruf, sondern daraus auch gleichzeitig eine Berufung gemacht. Seine Leidenschaft treibt ihn an, er ist ständig auf der Suche nach dem besseren Chorus, der besseren Bridge, dem besseren Solo, dem besseren Song. »Komponieren ist wie vieles im Leben, entweder man kann es oder man kann es nicht.« Er vertraut sich, aber auch seinem deutsch-amerikanischem Team um Sänger Johnny Gioeli und Drummer Bobby Rondinelli. Und dazu zählt er auch seine Fans. »Das direkte Feedback ist wichtig, Pell nur im Studio wäre langweilig.«

Axel Rudi Pell 2018 setzt auf mehr Groove, mehr Melodien und mehr Abwechslung. Die Mischung aus Mittelalter-Mystik und Fantasie-Folklore ist nach wie vor vorhanden, aber es wurde hier und da an kleinen Schräubchen gedreht.

Blackberry Smoke

Find A Light

Blackberry Smoke arbeiten sich kontinuierlich nach oben: Sechs Alben veröffentlichten die Southern-Rocker aus Atlanta, Georgia bislang im Laufe ihrer 15-jährigen Karriere und fanden mit der Zeit mehr und mehr Beachtung. Ihr letztes Album, »Like An Arrow« schaffte es in den USA bis auf Platz 12 der Charts, im UK sogar bis auf Platz acht.

Beste Voraussetzungen für ihr neues Album: 2018 kommt »Find A Light«, das neben handgemachtem Blackberry-Smoke-Sound neue musikalische Tendenzen und ein paar spannende Gäste zu bieten hat.Keine zwei Jahre ist es her, dass Blackberry Smoke ihr letztes Album veröffentlichten. »Like An Arrow« schaffte es bis auf Platz acht der UK-Charts.

2018 haben die Southern-Hardrocker aus Atlanta, Georgia dennoch bereits den Nachfolger im Gepäck: Hier ist »Find A Light«.

»Find A Light« ist bereits das sechste Album von Blackberry Smoke, die ihren ganz eigenen Sound zwischen Southern Rock, Hardrock und Country damit weiter festigen. Mit der ersten Single, »Flesh And Bone«, fügen sie außerdem eine gute Portion Grunge hinzu.

Insgesamt 13 Songs haben Charlie Starr (Gesang, Gitarre), Richard Turner (Bass, Gesang), Brit Turner (Schlagzeug), Paul Jackson (Gitarre, Gesang) und Brandon Still (Keyboard) für das Album im vergangenen Jahr aufgenommen. Als Gastmusiker holten sie sich Robert Randolph, Amanda Shires und The Wood Brothers ins Studio.

Quantität und Qualität: Mit »Find A Light« präsentieren Blackberry Smoke 2018 nicht nur ihr sechstes Album in 15 Jahren, sondern auch einen neuen Höhepunkt ihres Schaffens.

Ben Harper & Charlie Musselwhite

No Mercy In This Land

Sie haben es schon wieder getan, zum Glück: Fünf Jahre nach ihrem gemeinsamen Debüt »Get Up« haben sich Ben Harper und Charlie Musselwhite wieder im Studio getroffen und zusammen ihr zweites Album »No Mercy In This Land« aufgenommen.

Und wie bereits der mit einem Grammy ausgezeichnete Vorgänger hat auch das neue Album das Zeug zum modernen Bluesklassiker.

Insgesamt zehn Songs warten auf »No Mercy In This Land«. Einen ersten Vorgeschmack darauf lieferten Harper und Musselwhite im Januar mit dem Titeltrack.

Und der macht bereits klar und deutlich, dass Bluesfans ab dem 30.03.2018 allen Grund zur Freude haben, denn dann erscheint das komplette Album »No Mercy In This Land«.

Franz Ferdinand

Always Ascending

Mit der Frage »Are You Ready?« auf ihrem Facebookprofil haben Franz Ferdinand im Oktober 2017 die Indireockfans aufhorchen lassen. Wenige Tage später folgte mit einer neuen Single die Antwort:

Die Schotten melden sich 2018 mit neuen Mitgliedern, jeder Menge Experimentierfreudigkeit und einem neuen Album zurück. Hier ist »Always Ascending«.

Neues Album mit neuem Team

Indierockliebhaber aufgepasst: Rund fünf Jahre nach ihrem letzten Bandalbum und drei Jahre nach ihrer Sparks-Kollaboration FFS melden sich Franz Ferdinand 2018 mit einem brandneuen Longplayer zurück aus dem Studio.

»Always Ascending« heißt die Platte, genau wie der Titelsong, den die Band bereits im Oktober 2017 veröffentlicht hat.

Und damit setzen die Schotten ihren charakteristischen Stilmix aus Britpop, Indierock, New Wave und Post-Punk fort, auch wenn sie sich auf »Always Ascending« experimentierfreudiger zeigen. Das könnte daran liegen, dass sich seit ihrer letzten Platte einiges getan hat: Bereits 2016 verließ Gitarrist und Mitgründer Nick McCarthy die Band. Für ihn kamen mit Julian Corrie (Keyboards) und Dino Bardot (Gitarre) gleich zwei Neuzugänge.

Gemeinsam mit Produzent Philippe Zdar (Beastie Boys, Phoenix, Cassius) nahmen sie »Always Ascending« in den Londoner RAK Studios sowie in den Motorbass Studios in Paris auf.

Das Resultat sind zehn Songs, die einmal mehr die Bedeutsamkeit von Franz Ferdinand für die Indierockwelt erkennbar machen. Die Pioniere sind wieder da.

Neben der Standard-CD gibt es »Always Ascending« auch als LP sowie als Limited-Edition mit pinkfarbener LP.

Toto

Greatest Hits: 40 Trips Around The Sun

Klassiker und Raritäten

Im letzten Jahr feierten Toto ihr sage und schreibe 40. Bandjubiläum. Passend dazu blicken sie jetzt zurück auf ihre beeindruckende Karriere, die bis heute insgesamt 13 Studioalben hervorbrachte.

»40 Trips Around The Sun« heißt das Best-of-Album, für das die US-amerikanische Rockband neben zahlreichen Klassikern auch ein paar bislang unveröffentlichte Songs aus den Archiven gesucht hat.

Das Album umfasst 17 Tracks, darunter die bislang unveröffentlichten Stücke »Spanish Sea«, »Alone« und »Struck By Lightning«. Die weiteren Songs des Albums, allesamt Klassiker aus dem TOTO-Repertoire, wurden von Elliot Scheiner sowie von Gavin Lurssen und seinem Team remastered.
Mit Steve Lukather, David Paich, Steve Porcaro und Joseph Williams war der Kern der Band vor ein paar Monaten wieder im Studio zusammengekommen, um an dem neuen Release zu arbeiten.

Als sie in den Archiven von Sony Music stöberten, entdeckten sie verschiedene unvollendete Tracks, auf denen die mittlerweile verstorbenen Bandmitglieder Jeff und Mike Porcaro zu hören waren. Einer dieser Tracks, »Spanish Sea«, wurde auf »40 Trips Around The Sun« verewigt. »Der Song stammt ursprünglich aus den Sessions zu Isolation«, kommentiert Steve Lukather diese Wiederentdeckung. »Er hat es damals nicht auf die LP geschafft, also haben wir ihn umgeschrieben und ihm einen neuen Refrain verpasst. Dank moderner Studiotechnik konnten wir nicht nur mit einer jüngeren Ausgabe von uns selbst musizieren, sondern auch mit Jeff und Mike Porcaro. Dabei haben wir uns daran erinnert, welch großartigen Groove die Brüder entfachen konnten. Das waren bittersüße Momente, in denen viele der alten Geschichten wieder hochkamen. ›Spanish Sea‹ erinnerte uns an lustige Erlebnisse, natürlich ist auch die eine oder andere Träne geflossen.
Es ist ein typisches TOTO-Stück mit einem starken Solo und ich habe das alte 1985er-Melodie-Solo, das Dave sich gewünscht hat, behalten. Hier trifft alt auf neu, aber da unser Kumpel, die Studiolegende Al Schmitt, die Tracks mitgeschnitten hat und Bob Clearmountain am Mischpult saß, klingt es so, als sei der Song vor zwei Wochen und nicht vor über 30 Jahren entstanden.«

Lukather sagt über »Alone«: »Der Song ist brandneu und entstand wirklich in Teamarbeit. Wir vier Bandmitglieder saßen alleine in einem Raum zusammen und beschlossen, unser Album mit einem Uptempo-Titel beginnen zu lassen. Die Lyrics sind vielleicht etwas düster, aber wir sind eben keine jungen Männer mehr und haben alle unser Leben gelebt – mit seinen guten, schlechten und hässlichen Seiten. Und dann hast du eben begriffen, dass du am Ende deines Wegs sowieso allein sein wirst. Wir sind stolz auf diesen Track.«

Die zündende Idee für »Struck By Lightning«, den dritten neuen Titel auf »40 Trips Around The Sun«, stammte von David Paich. »Das einleitende Riff hatte ich schon monatelang im Kopf«, sagt Paich. »Joe und die Jungs halfen mit, daraus einen Song zu bauen. Ich liebe das heavy Arrangement und Lukes Solo ist jetzt schon ein Klassiker!«

Es gibt wenige Bands in der Musikgeschichte, die einen derart großen Einfluss auf die Popkultur hatten wie TOTO. Die Mitglieder der Band sind auf etwa 5000 Alben zu hören, die zusammengenommen eine halbe Milliarde Mal verkauft wurden und 200 Grammy-Nominierungen verbuchen können – schier unfassbare Zahlen! TOTO-Songs wurden über 400 Millionen Mal auf Spotify gestreamt und auf Youtube deutlich mehr als 500 Millionen Mal aufgerufen.

In ihrer fast vierzigjährigen Karriere haben TOTO vielen großen Werken der Popmusik ihren Stempel aufgedrückt. Das gilt auch für das meistverkaufte Album der Geschichte, Michael Jacksons Thriller, an dessen Entstehung gleich vier Bandmitglieder beteiligt waren.
Für viele Künstler gelten die Songs von TOTO in Sachen Sound und Produktion als absoluter Maßstab, und bis heute setzt die Band als Synonym für musikalische Authentizität in diesen Belangen neue Standards. In zahllosen TV-Produktionen taucht ihr Sound im Hintergrund auf und als eine der wenigen angesagten Bands der 70er haben sie wechselnde Trends und Stile überdauert und sich eine generationsübergreifende Fanbase aufgebaut.

 

Till Brönner & Dieter Ilg

Nightfall

Harmonie und Überraschung

Zwei absolute Hochkaräter des deutschen Jazz auf einem Album: Nachdem Till Brönner und Dieter Ilg in der Vergangenheit schon mehrfach gemeinsam auf der Bühne standen, präsentieren der Trompeter und der Kontrabassist 2018 nun endlich ihr gemeinsames Debüt.

»Nightfall« heißt das Album, das zeigt, wie perfekt zwei so unterschiedliche Musiker und ihre Instrumente harmonieren und sich ergänzen. Und die Songauswahl überrascht.

Es gibt musikalische Konstellationen, die so naheliegend sind, dass sich die Frage aufdrängt, warum sie nicht schon lange Wirklichkeit geworden sind. Und wenn sie dann endlich doch ins Licht der Öffentlichkeit treten, erscheinen sie uns so vertraut, als würden wir sie bereits seit Jahrzehnten kennen. Eine dieser Konstellationen ist das Duo des Trompeters Till Brönner und des Bassisten Dieter Ilg. Sie sind – so abgedroschen dieser Begriff klingen mag – im wahrsten Sinne des Wortes Geistesverwandte, die auf ihren sehr gegensätzlichen Instrumenten oft das Gleiche wollen, auch wenn sie es auf recht unterschiedliche Weise ausdrücken, womit sie sich wiederum hervorragend ergänzen. Zu hören ist diese Osmose nun auf ihrem ersten gemeinsamen Album Nightfall.

Einige wenige durften in den letzten Jahren bereits das Privileg genießen, Brönner und Ilg live im Duo zu erleben. Beide Musiker gehören seit langer Zeit zu den Protagonisten des deutschen und europäischen Jazz. Brönner hat in unterschiedlichsten Besetzungen Alben aufgenommen, war als Produzent für Künstler wie Filmdiva Hildegard Knef oder Bariton Thomas Quasthoff aktiv, setzte sich live spontanen Situationen mit Freejazzern wie Günther Baby Sommer oder Christian Lillinger aus und spielte auf persönliche Einladung von Barack Obama im Weißen Haus. Ilg entdeckte in den 1990er Jahren das deutsche Volkslied für den Jazz, stärkte mit seiner sonoren, besonnenen, aber immer ungemein offenen Art Musikern wie Randy Brecker, Charlie Mariano oder Nguyen Le den Rücken und war Mitglied im legendären Quintett von Albert Mangelsdorff und Wolfgang Dauner. Wenn Ilg und Brönner sich treffen, kommt einiges an Jazzgeschichte und -geschichten zusammen, aber auch jede Menge Zukunft.

Denn bei allem persönlichen Renommee verfallen die Beiden zu keinem Zeitpunkt der Attitüde zweier Superstars auf einem Gipfeltreffen. Sie sind zwei Musiker, die sich immer viel zu erzählen haben. Deshalb haben sie sich Zeit gelassen, bis sie ins Studio gingen, und sie lassen sich auch beim Spielen Zeit. Eine gute Geschichte will sich entfalten dürfen und atmen. Sie will erzählt, mit Leben ausgefüllt, aber auch gehört sein. Brönner und Ilg hetzen nicht von einem spielerischen Höhepunkt zum anderen, sondern lassen ihre Storys kommen. Wichtig ist ihnen vor allem, was sie zu sagen haben und wie sie es sagen. Statt auf Leadstimme und Begleitung setzen sie zu jedem Zeitpunkt auf einen ausgewogenen Dialog auf Augenhöhe. Die Natur der Instrumente bringt es mit sich, dass Brönners Part vielleicht ein wenig wendiger und geschmeidiger ist und Ilg sich dafür mit mehr Wucht eingibt. Aber jeder Ton hat Gewicht, steht ganz für sich und ist zugleich Spiegelbild des jeweils anderen.

Die Auswahl der Stücke ist ein Beleg dafür, dass die Musiker sich auf keine Zuordnung oder Kategorisierung festlegen wollen. Wenn Jazz jemals ein Ausdruck von individueller Freiheit war, dann manifestiert sich diese Unabhängigkeit hier frei von allen Mythen im Zugriff aufs Material ebenso wie in der spontanen Umsetzung. Alles ist machbar, wenn man es nur will, und Brönner und Ilg wollen es. Songs von Leonard Cohen, den Beatles und Britney Spears, Stücke von Jerome Kern, Johnny Green und Ornette Coleman, Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Melchior Vulpius, aber auch einige Eigenschöpfungen von Ilg und Brönner belegen eine fast beispiellose Bandbreite der Intentionen und Einflüsse. In jedem dieser Songs finden die beiden Partner neue Einfallswinkel und Perspektiven. Soli im klassischen Sinne des Jazz gibt es nicht. Wie in jedem guten Gespräch, das sich auf natürliche Weise entfaltet, liegt die Argumentation mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Der Fluss der Gedanken ist völlig frei. Er drückt sich hier durch ein schmales Bett, um im nächsten Augenblick in ein weites Delta zu münden.

Rezensionen

»Und wenn man sich, wie diese beiden Musiker, alle künstlerischen Freiheiten erspielt hat, dann darf man diese auch bei der Auswahl der Songs nutzen. Neben eigenen Kompositionen sind es Lieder von Leonard Cohen, den Beatles und Britney Spears, die sie für Nightfall ausgesucht haben, dazu Stücke von Jerome Kern, Johnny Green und Ornette Coleman sowie Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Melchior Vulpius.« (Good Times, Februar / März 2018)

»Intensive Begegnung auf Schloss Elmau: Trompeter Till Brönner und Bassist Dieter Ilg mal im tiefsinnigen Dialog, mal mit jeder Menge Witz und Spaß. Ein ungemein abwechslungsreiches Album.« (Empfehlung des Monats in Fono Forum, Februar 2018)

The Tumbling Wheels

Play The No Counts

The Tumbling Wheels draw heavily from American folk, country, and soul traditions. With influences as disparate as Bessie Smith, Hoyt Axton, and the Smothers Brothers, the group brings a peculiar blend of genres together for a sound that abounds in rich vocal harmony, dynamic instrumentation, and colorful storytelling.

Comprised of Jeffrey Sutton (vocals / guitar / violin), Rachel Wolf (vocals), Joanna Tomassoni (drums / vocals / guitar), James Stram (bass), and Sam Ottinger (guitar), The Tumbling Wheels are emotive performers that will have you weeping into your gin one minute and spilling it on the dance floor the next. Either way, you’ll leave feeling shaken and stirred.