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E-Mail:    wolfgang.scharfe@gmx.de

Bis dann und all The Best from Good Old Germany

Wolfgang (Wilbury) Scharfe

 

 

 

 

Hi Guys

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E-Mail:    wolfgang.scharfe@gmx.de

See you then and all the Best from Good Old Germany

Wolfgang (Wilbury) Scharfe

Axel Rudi Pell

Sign Of The Times

Gitarrenvirtuose, Hard-Rock- und Heavy-Metal-Legende, Workaholic – Axel Rudi Pell ist vieles. Vor allem ist er aber am Boden geblieben und macht 2020 auch nach mehr als 30 Jahren im Musikgeschäft einfach weiter sein Ding: facettenreichen Metal, der von riffgeladenen Brettern über melodieverliebten Rock bis hin zu gefühlvollen Powerballaden reicht.

Die Zahlen sprechen für sich: Über 1.7 Millionen verkaufte Alben weltweit, allein 2.6 Millionen Streams für den Top 10-Vorgänger »Knights Call« (2018). Jetzt veröffentlicht Axel Rudi Pell mit »Sign Of The Times« sein 18. (!) Studioalbum in 31 Jahren. Aber nicht die Quantität, sondern die Qualität ist entscheidend. Seine Beständigkeit erfährt eine immer höhere Wertschätzung in der weltweiten Hard & Heavy Community. Denn nicht immer, aber immer öfter fällt der Begriff »Kult«, wenn von Axel Rudi Pell die Rede ist. Er selbst kann mit dem Begriff nicht viel anfangen, »aber wenn man so lange so erfolgreich dabei ist, dann hat man sich so etwas vielleicht auch verdient.« Das klingt nicht nur bodenständig, sondern ist auch so gemeint.

»Als wir letztes Jahr in Moskau spielten, nannten mich viele Fans eine ›Legende‹. Meine Antwort war: Ich bin doch nur ein Gitarrist.« Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn der 59-Jährige weiß, was er kann und überrascht sich trotzdem noch selbst, wie im Fall von »Sign Of The Times«. »Ich weiß nicht, woran es liegt, aber dieses Mal war ich mit dem Komponieren einen Monat früher fertig als geplant.« Und es gab noch eine andere Änderung: Pell hat zum ersten Mal seit neun Alben aus Zeitgründen nicht mit seinem gewohnten Co-Produzenten Charlie Bauerfeind, sondern mit dem Engineer der Live-Alben »Magic Moments« (2015) und »XXX Anniversary« (2019) zusammengearbeitet: »Ich wusste, dass Tommy Geiger das kann, und es hat alles hervorragend geklappt.«

Wesentlichen Anteil daran, dass »Sign Of The Times« so gut geworden ist, hatten sicherlich auch die beiden Amerikaner in der Band: Sänger Johnny Gioeli und Drummer Bobby Rondinelli. »Zum einen hat sich Johnny diesmal selbst übertroffen, er hat mehr als 100 Prozent gegeben. Das liegt an seiner gestiegenen Live-Präsenz der letzten Jahre, er singt mittlerweile sehr viel. Zum anderen hatten wir mit Bobby in der Band noch nie einen so guten Drum-Sound, auch dank seiner neuen Snare namens ›Black Beauty‹. Und natürlich sind die Songs besser geworden, haha.«

Dem mag man nicht widersprechen: Mit dem Double Bass-Klopfer »Gunfire« liefert Pell den wohl besten Opener der letzten fünfzehn Jahre ab; »Bad Reputation« ist ein straightes Melodic Rock-Juwel; das beim Soundcheck entstandene Titelstück kommt gewohnt episch daher; der Up Tempo-Rocker »The End Of The Line« besticht mit seinem langen und trotzdem eingängigen Chorus genauso wie die Ballade »As Blind As A Fool Can Be«. Interessant wird es in der zweiten Hälfte des Albums, denn hier bricht Pell einige Male aus seiner eigenen Tradition aus: »Wings Of The Storm« ist eine moderne Hommage an die Coverdale/Hughes-Ära von Deep Purple, als hätte sie Jimi Hendrix eingespielt. Das intensive »Waiting For Your Call« markiert die beste Gesangsleistung von Gioeli, während »Living In A Dream« mit seinem Reggae-(!)Intro nicht nur die anderen Bandkollegen Volker Krawzcak (b) und Ferdy Doernberg (k) überrascht hat. »Into The Fire« schließlich beendet episch, aber nicht zu ausufernd das Album.

Überlange Songs gibt es diesmal nicht, die Soli sind songdienlicher und melodischer geworden, ein Qualitätsabfall ist nicht zu bemerken. So fällt das Fazit des Gitarristen auch positiv aus: »Es gibt nichts zu mäkeln, selbst die Plattenfirma ist hellauf begeistert.« Vielleicht auch, weil Pell seine Vorliebe für Mystisches diesmal zugunsten von greifbaren Themen fallen gelassen hat, getreu dem Titel »Sign Of The Times«. »Bis auf einige Standard-Pell-Texte über Beziehungen drehen sich die meisten Lyrics um das aktuelle Weltgeschehen, deshalb auch das Cover mit der Uhr, die auf zwei Minuten nach Mitternacht steht. Wir befinden uns in einer ziemlich gefährlichen Zeit. Ich meine nicht nur das Thema Klimawandel, sondern auch Religionskriege und die öffentliche Sicherheit.«

Die Texte dazu sind ihm vielleicht auch wegen der Neuausrichtung leichter von der Hand gegangen als sonst; ein weiteres Zeichen dafür, dass »Sign Of The Times« qualitativ eine runde Sache geworden ist. Man sieht, Axel Rudi Pell kann sich selbst und seine Fans doch noch überraschen. Ein besseres Geschenk zum anstehenden 60. Geburtstag gibt es sicherlich nicht.

Rezensionen

»Auf seinem 18. Studio-Album steht ihm weiterhin seine eingespielte Truppe unverändert und treu zur Seite. (…) Natürlich brilliert Pell aber wieder mit langen Gitarrensolos, lässt die Saiten mit viel Sustain glühen. Hier bekommt der Fan das, was er erwartet.« (Good Times, April / Mai 2020)

 

Malia

The Garden Of Eve

 

Nachdem sich Malia vor zwei Jahren noch einmal den Songs ihres zweiten Albums widmete, und ihnen eine bluesige Neuinterpretation verpasste, zeigt die britisch-afrikanische Jazzsängerin auch 2020 wieder ihre Liebe zum Blues.

Kombiniert mit modernem Souljazz ist ihr mit »The Garden Of Eve« ein weiterer Geniestreich gelungen.

Es ist lange her, dass eine zeitgenössische Künstlerin den Blues so schön gewürdigt hat. Ein Stil, der es im Jahre 2020 verdient hat, ein wenig entstaubt zu werden. Mit »The Garden of Eve« bringt die Echo Jazz-Gewinnerin Malia ein neues Meisterwerk heraus, das sich dem Blues in all seinen Facetten widmet. »Blues lag mir schon immer sehr am Herzen. Es ist eine kathartische Erfahrung, kostbar und tiefgreifend, egal ob ich ihn spiele oder im Radio höre!

Und im Lauf der Zeit finde ich immer mehr zu dieser Wahrheit, die in meiner Seele tief verwurzelt ist und ich fühle mich endlich reif genug, um diese wunderbare Musiktradition zu verstehen – denn Blues ist das Leben.« Und wenn Blues das Leben ist, ist Malia die Energie, die es dem Blues ermöglicht, eine Seele, eine Stimme zu haben. In Zeiten, in der die Technologie die Musik zunehmend beeinflusst, erforscht »The Garden Of Eve« genau das Gegenteil.

Es ist ein organisches Album, das von echten Musikern in einer sehr lebhaften Stimmung produziert wurde. Und auch wenn der Blues seit dem Tod des verstorbenen B.B. King seinen treusten Missionar verloren hat, bieten Malia und »The Garden Of Eve« eine schöne Verjüngungskur, die diesem Genre eine moderne Note verleiht und neue Gruppen von Blues-Liebhabern verzaubern wird.

AL DI MEOLA

Across The Universe

AL DI MEOLA spielt, nein: ehrt die BEATLES. Zum zweiten Mal nach dem 2013er Album „All Your Life: A Tribute To The Beatles“ spielt der amerikanische Jazz/Fusion-Gitarrist Songs der Liverpooler Überband, die dereinst in den 1960ern so ziemlich alles erfunden hat, was es an populärer Musik gibt.

Das ist jetzt nicht unbedingt Black Metal oder Grindcore, aber einigermaßen musikaffine LeserInnen dürfen sich bei dem vorliegenden Werk des Meisters (wie auch bei seinen über 30 Soloalben und den an Genialität kaum zu übertreffenden Trio-Konzerten mit John McLaughlin und Paco De Lucia) ehrfürchtig vor der heimischen Anlage in eine huldigende Position begeben.

Der Meister interpretiert mal nahe, mal nicht ganz so nahe, Klassiker und weniger bekannte Songs der BEATLES und musiziert dabei so überirdisch, dass es wohl zu veritablen Panikattacken bei vielen Gitarristen führen wird. Doch nicht nur das, AL DI MEOLA spielt nicht nur Gitarre, sondern macht auch einen Großteil des Albums noch alleine. Seht euch das Lineup und die Besetzung an und man erkennt, mit welcher Gabe dieser Herr gesegnet wurde. Natürlich hat er es auch noch selber produziert, assistiert von Katsuhiko Naito.

Was mich an diesem Album fasziniert ist die Leichtigkeit mit der hier selbst deftige Abfahrten an den Instrumenten in die Songs eingebettet werden. Bisweilen spielen hier Akustikgitarren, E-Gitarren und Bassgitarren gleichzeitig völlig verschiedene Parts und trotzdem passt das alles zusammen und vor allem passt es in den jeweiligen Song. Immer grandios auch die Geschwindigkeit in der der Meister spielt ohne auf Hammer-Ons auszuweichen. Hier sitzt jeder Ton und jeder Ton wird sauberst gespielt.

Jetzt ist die Virtuosität von AL DI MEOLA nicht wirklich ein Geheimnis, aber immer wieder ist es einfach wunderbar, einem Musiker dieser Extraklasse zuhören zu dürfen.

Witzig zum Abschluss noch ein kurzes „Octopus´s Garden“, welches die damals dreijährige Tochter von AL im Auto gesungen hat. Der Herr Papa hat das mitgeschnitten und veröffentlicht es hiermit als quasi ersten musikalischen Gehversuch seines Nachwuchses auf einem Album.

Ganz schick kommt „Across The Universe“ auch auf Doppel-LP heraus. Hier gibt es auch noch einen schöne John Lennon-Tribut zu sehen.

Sehr, sehr feines Werk! (Autor: Christian Wiederwald (13.03.2020) )

 

 

Jonathan Wilson

Dixie Blur

Folk, Singer-Songwriter, Psychedelic Rock, Americana, Country, R’n’B, Pop – Jonathan Wilson ist ein Musiker mit vielen Facetten.

2020 kommt sein mittlerweile viertes Soloalbum, das ihn ein Stück weit zu seinen Wurzeln und seiner Heimat zurückbringt.

Jonathan Wilson ist ein begnadeter Sänger, Songwriter, Multiinstrumentalist und Livemusiker. Vor kurzem ging er als Gitarrist auf große Tour mit Roger Waters. Dort fand er die Inspiration für sein neues Album.

»Dixie Blur« heißt die Platte, der Nachfolger von »Rare Birds« aus dem Jahr 2018.

Genau genommen war es das Heimweh unterwegs, dass den Musiker aus Kalifornien inspirierte, die 14 neuen Songs zu schreiben. Und auch musikalisch hört man dem Album die Heimatverbundenheit an: Country, Bluegrass und Americana sind die Richtungen, mit denen Wilson aufgewachsen ist.

Wie »Dixie Blur« klingt, verriet er mit den Songs »69 Corvette« und »Korean Tea«. Insgesamt warten 14 Tracks auf der Platte, die Wilson zusammen mit Produzent und Kumpel Pat Sansone im Sound Emporium in Nashville aufnahm. Außerdem mit dabei: Mark O’Connor (Fidel, Gitarre), Dennis Crouch (Kontrabass) und einige weitere Musiker.

Eine Stück musikalische Heimat, ein sehnsuchtsvolles, und wie der Vorgänger, verträumtes und experimentierfreudiges Album. Hier ist »Dixie Blur« von Jonathan Wilson.

 

Coldplay

Everyday Life

Coldplay wissen, wie man die Gerüchteküche zum Brodeln bringt. Mit geheimnisvollen Plakaten rund um den Globus, Zeitungsannoncen und einem neuen Sonne-Mond-Profilbild in den sozialen Medien sorgten sie im Herbst für einige Irritation.

Mit einem Brief an ihre Fans kam schließlich Klarheit: Im November 2019 kommt ein neues Album der Briten, ein Doppelalbum. Es heißt »Everyday Life«.

Überraschung im Doppelpack

Sie sind wieder da: Coldplay präsentieren 2019 ihr neues, mit Spannung erwartetes achtes Album. »Everyday Life« heißt der Nachfolger von »A Head Full of Dreams« aus dem Jahr 2015.

Und nicht nur das: Es handelt sich dabei um ein Doppelalbum mit sage und schreibe 16 Tracks. Die Platte ist in zwei Teile unterteilt, die »Sunrise« und »Sunset« heißen.

Gleich zwei Höreindrücke gaben Coldplay bereits mit den Singleauskopplungen »Orphans« und »Arabesque«. Und die zeigen einmal mehr die große Bandbreite von Chris Martin und Co.

Zudem warten auf »Everyday Life« ein paar spannende Gastauftritte, nämlich von Stromae, Femi Kuti, Tiwa Savage und Jacob Collier.

Die Überraschung ist gelungen: ein neues Album von Coldplay, und dann auch noch ein doppeltes. Auf »Everyday Life« entpuppen sich die Briten einmal mehr als kreative Genies.

 

 

Flying Colors

Third Degree

Im letzten Jahr feierten Flying Colors ihr zehnjähriges Bestehen. 2019 stellt die Progressive-Supergroup aber bereits ein neues Album vor, ihr mittlerweile drittes.

»Third Degree« macht einmal mehr deutlich, dass hier mit die Besten des Genres gemeinsame Sache machen.

Mehr Prominenz geht kaum: Flying Colors sind zurück. Nach zwei Studio- und zwei Livealben im Wechsel kommt nun wieder ein neues Studioalbum der Allstar-Prog-Rocker: »Third Degree«.

Casey McPherson (Alpha Rev), Steve Morse (Dixie Dregs, Deep Purple, Kansas), Neal Morse (Spock’s Beard, Transatlantic), Dave LaRue (Dixie Dregs, Planet X) und Mike Portnoy (Ex-Dream Theater, Transatlantic, Liquid Tension Experiment, OSI, Adrenaline Mob, The Winery Dogs) – gemeinsam haben sie im Laufe der letzten Jahre ihren eigenen Sound kreiert.

Auf »Third Degree« haben sie ihn weiter perfektioniert. Wie das klingt, verrieten Flying Colors bereits mit der Auskopplung des Songs »More«.

 

John Coltrane

Blue World

Die Freude bei Jazzfans war riesig, als im letzten Jahr ein verschollenes Album von John Coltrane aus dem Jahr 1963 auftauchte, die wichtigste Entdeckung des Jazz-Jahres.

Nahezu unglaublich ist es daher, dass 2019 tatsächlich eine weitere komplett unveröffentlichte Aufnahme des legendären Saxofonisten entdeckt wurde.

»Blue World« heißt die Session. Jetzt auf CD und LP.

Man sagt: Lightning never strikes twice. Aber es gibt Ausnahmen. In der Jazzwelt wird der Blitz jetzt ein zweites Mal einschlagen!

Im Juni 2018 veröffentlichte Impulse! Records »Both Directions At Once« ein »verlorenes Album« von John Coltrane, aufgenommen im Jahr 1963, das neue Kompositionen Coltranes, aufgenommen mit seinem Classic Quartet mit McCoy Tyner (Piano), Jimmy Garrison (Bass) und Elvin Jones (Drums), zum ersten Mal ans Tageslicht brachte. Die Resonanz bei Medien und Fans war wie erwartet riesig, das jahrzehntealte Album landete auf Platz 21 der US-Billboard-Charts (Coltranes höchstes Debüt aller Zeiten), führte die Jazz-Charts auf der ganzen Welt an und brachte Coltrane unter die Top-20 der Pop-Charts in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Japan, Italien und vielen weiteren Ländern. Bis dato hat »Both Directions At Once« weltweit mehr als eine Viertelmillion Alben verkauft.

Obwohl es ganz danach aussah, dass es sich hier um einen Jahrhundertfund handelt, hat das Schicksal jetzt ein zweites »Coltrane-Ass« aus dem Ärmel gezogen, denn bei Recherchen im Nachzug zu »Both Directions At Once« fand sich ein weiteres Tonband mit einer bislang komplett unveröffentlichten Session des Meisters.

1964 gingen John Coltrane und sein Classic Quartet in Rudy Van Gelders Studio und nahmen in einem für Coltrane beispiellosen Schritt neue Versionen einiger seiner berühmtesten Kompositionen auf. In dem Jahr, in dem er auch »A Love Supreme« aufnahm, wurde Coltrane von Gilles Groulx, einem kanadischen Filmemacher, kontaktiert. Groulx bereitete seinen Film »Le Chat Dans Le Sac« vor, eine in Montreal spielende Liebesgeschichte mit politischen Untertönen. Groulx, ein eingefleischter Coltrane-Fan, war fest entschlossen, den als schwierig geltenden Saxophonisten einen Soundtrack für seinen Film kreieren zu lassen. Groulx trat über einen persönlichen Kontakt zu Bassist Jimmy Garrison an Coltrane heran, und dieser stimmte erstaunlicherweise zu.

Kurzentschlossen trommelte Coltrane seine Quartett-Kollegen Jimmy Garrison, Elvin Jones und McCoy Tyner direkt zwischen den Aufnahmen für die inzwischen legendären Alben »Crescent« und »A Love Supreme« im Juni ’64 in den Van Gelder Studios zusammen um etwas in der Coltrane-Welt Beispielloses zu tun: frühere Werke neu zu interpretieren und aufzunehmen.

Regisseur Gilles Groulx war bei den Aufnahmen anwesend. Heute ist unklar, wie viel kreativen Input der Filmemacher hatte und wie viel kreative Abstimmung zwischen ihm und Coltrane stattfand. Auf ¼-Zoll analogem Mono-Band aufgenommen, wurde die Session am 24. Juni 1964 von Rudy Van Gelder in seinem Studio nicht nur aufgenommen, sondern auch abgemischt und gemastert. Überglücklich nahm Groulx am darauffolgenden Tag das Masterband nach Kanada, obwohl in seinem Film am Ende dann nur zehn Minuten der 37- Minuten Aufnahme Verwendung fanden. Für die weltweit erste Veröffentlichung der Musik wurde »Blue World« jetzt von Kevin Reeves bei Universal Music Mastering in New York vom ursprünglichen Analogband neu gemastert, die Vinyl-Edition wurde von Ron McMaster in den Capitol Studios geschnitten.

»Blue World« demonstriert Coltranes künstlerische Entwicklung zusammen mit seinem Classic Quartet an einem Fixpunkt seiner Karriere. Es ist bezeichnend, dass diese Session zwischen zwei von Coltranes expansivsten, spirituell transzendentesten Platten stattfand, die seine Wahrnehmung von dann an bestimmen sollten.

Eine weitere Coltrane-Entdeckung von Weltgeltung!

 

Neil Young & Crazy Horse

Colorado

Energie und Leidenschaft: Neil Young und Crazy Horse wieder vereint

Sieben Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Bandalbum »Psychedelic Pill« musizieren Crazy Horse wieder an der Seite von Neil Young. »Colorado« heißt ihr neuer Longplayer.

Crazy Horse, das sind 2019 Nils Lofgren, Ralph Molina und Billy Talbot. Bereits Anfang des Jahres mieteten sich die Musiker im Studio in the Clouds in den San Juan Mountains in der Nähe von Telluride im US-Bundesstaat Colorado ein.

In elf Tagen und Nächten nahmen sie dort zehn Songs auf, und zwar mit einem analogen Setup und größtenteils live.

Die Produktion von »Colorado« übernahmen Neil Young und John Hanlon. Das Mixing erfolgte in Rick Rubins Shangri-La Studios in Malibu und für das Mastering zeichnete Chris Bellman bei Bernie Grundman Mastering in Hollywood verantwortlich.

Mit dem Song »Milky Way« präsentierte die Band bereits im August einen ersten Vorgeschmack auf die Platte.

Und er zeigt: Neil Young und Crazy Horse sind weit mehr als ein eigespieltes Team. »Colorado« fängt die Energie und die Leidenschaft ihrer gemeinsamen Session perfekt ein. Der Klang ist obendrein fantastisch.

»Colorado« gibt es als CD und als Doppel-LP mit zusätzlicher 7“-Single. Diese enthält die Bonustracks »Rainbow Of Colors« als Sololiveversion von Neil Young und den Crazy-Horse-Studiosong »Truth Kills«.

Volbeat

Rewind, Replay, Rebound

Rock’n’Roll, Blues, Country, Punk, Psychedelic – Volbeat lassen sich nur schwer in ein Schublade stecken. Eines ist jedoch gewiss: Was die Dänen machen, machen sie ausgezeichnet. Fünf ihrer sechs Alben schafften es in ihrer Heimat auf Platz eins der Charts. Die letzten beiden auch in Deutschland.

2019 kehren sie nun mit Album Nummer sieben zurück: »Rewind, Replay, Rebound«. Was man erwarten kann? Viel Abwechslung, viel Energie und obendrein ein paar spannende Gäste.

Ein altes Sprichwort besagt, dass wir zwar mit der Vergangenheit abschließen können – die Vergangenheit aber nie wirklich mit uns abschließt. Für Rewind, Replay, Rebound, das siebte Album von Volbeat, nehmen die international erfolgreichen, vielfach platingekrönten Dänen – Michael Poulsen (Gitarre, Gesang), Rob Caggiano (Gitarre), Kaspar Boye Larsen (Bass) und Jon Larsen (Schlagzeug) – die DNA ihrer Vorgängeralben, also jenen unglaublich druckvollen Psychobilly Punk & Roll-Sound, den man von ihnen kennt, und denken ihn konsequent weiter. Damit es spannend bleibt, sprich: um sich selbst und der riesigen, eingeschworenen Fangemeinde einen frischen Sound zu präsentieren, tauchen sie zudem tief ein in die Geschichte des Rock & Roll – wie auch in die eigene Lebensgeschichte. Das daraus resultierende Album ist ein weiterer Meilenstein für die Kopenhagener, die seit nunmehr 18 Jahren kontinuierlich am eigenen Sound feilen.

Um ihrer zyklischen Zeitreise einen noch facettenreicheren, noch satteren Rock & Roll-Sound zu verpassen, holten Volbeat für die Arbeit an Rewind, Replay, Rebound eine Reihe von Gästen ins Studio. Neben der Background-Sängerin Mia Maja, die immer wieder aushilft im Verlauf des Albums, setzten sie auch wieder auf den Harlem Gospel Choir, mit dem sie schon das Stück »Goodbye Forever« auf dem #1-Vorgängeralbum aufgenommen hatten. Dieses Mal ist der Chor auf gleich drei Songs zu hören, unter anderen auf der Single »Last Day Under The Sun«. »Das lief wie von selbst, ohne Nachdenken«, sagt Poulsen über die Zusammenarbeit und seine Aufgabe, den Gesang in den Volbeat-Sound zu integrieren. »Ich wusste, wie perfekt das passen würde. Und so sind sie jetzt auf drei Songs zu hören – aber es hätten auch locker mehr sein können.«

Auf dem Song »Die To Live« ist auch Neil Fallon, der Sänger von Clutch, am Mikrofon zu hören. Außerdem halfen Raynir Jacob Jacildo (Klavier) und Doug Corocran (Saxofon) in diesem Fall aus, die sonst beide in der Band von JD McPherson spielen. Thrash-Metal-Gitarrist Gary Holt, sonst bei Exodus und Slayer aktiv, ist bei »Cheapside Sloggers« mit von der Partie: »Ich wollte da einfach mal was Neues reinbringen«, so Poulsen, »etwas Untypisches. Und warum nicht Gary Holt?! Er ist ein grandioser Gitarrist. Sein Solo ist der Wahnsinn.«

Viel ist passiert in diesen knapp zwei Jahrzehnten: Tourneen mit Metallica, mit Motörhead, mit Slipknot. Inzwischen anderthalb Milliarden Streams. Eine Grammy-Nominierung in der Kategorie »Best Metal Performance« im Jahr 2014 für den Song »Room 24« vom Album Outlaw Gentlemen & Shady Ladies. Dazu jede Menge weitere Awards, vom ECHO bis zu etlichen Danish Metal und Danish Music Awards. Jetzt also meldet sich diese Ausnahmeband zurück mit einem Album, das locker das Zeug hat, um eine echte Rock & Roll-Renaissance einzuläuten. Mit Rewind, Replay, Rebound buchstabieren sie den Rock mit einem dritten R – und klingen entsprechend druckvoll.

 

Robben Ford & Bill Evans

The Sun Room

Der eine ist ein virtuoser Gitarrist und Sänger, der andere ein legendärer Saxofonist. Beide kommen aus den USA, gehören zur Crème de la Crème des Jazz und haben nach vielen gemeinsamen Sessions in der Vergangenheit 2019 endlich ihr erstes Kollabo-Album aufgenommen.

Robben Ford und Bill Evans haben über die Jahre schon oft die Bühne miteinander geteilt und so ist es nicht überraschend, dass der Blues-Gitarrist und der Mann am Saxophon sich zusammen ins Studio begeben haben. Nur wenige Wochen nach ihrer gemeinsamen Tour im Jahr 2018, fanden die Aufnahmen im Studio »The Sun Room« statt, welches dem Album auch seinen Titel gab.

Unterstützt wurden sie dabei von Keith Carlock (aktueller Schlagzeuger von Steely Dan) und James Genus, der großartige Bassist, der unter anderem mit Größen wie Lee Konitz, Michael Brecker, Branford Marsalis und Chick Corea gespielt hat. Entstanden ist ein einzigartiges Album, welches sowohl Kompositionen von Ford als auch von Evans beinhaltet.

Product Information

»I’m very pleased to announce the release of my latest project, this time with Robben Ford. Robben and I wrote some new music for this special recording. This project titled ›The Sun Room‹ is very earthy and melodic. It contains influences of Blues, Jazz, Roots & Americana. We just finished the live recording last month at the House of Blues recording studio, in Nashville TN. ›The Sun Room‹ features Keith Carlock on drums and James Genus on bass.« (Bill Evans)

Rezensionen

»Allesamt professionelle Begleiter, die das weitgehend instrumental eingespielte Album zu einem echten Hörerlebnis machen. Blues, Jazz, Soul und Funk gehen dabei eine Fusion ein, bei der jede Note sitzt. Anspieltipp ist ›Something In The Rose‹, weil hier Saxofon und Gitarre eine einzigartige Verbindung eingehen.« (Good Times, August / September 2019)