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Robben Ford

Pure

Zwei Jahre nach seiner Kollaboration mit Saxofonist Bill Evans meldet sich Robben Ford 2021 wieder im Alleingang zurück.

Das neue Album des Gitarristen heißt »Pure« und macht seinem Namen alle Ehre.

Robben Ford ist zurück. Der US-amerikanische Blues-, Jazz- und Rockgitarrist stellt 2021 sein neues Album „Pure“ vor. Es handelt sich dabei um das erste reine Instrumentalalbum des Musikers seit 24 Jahren, seit „Tiger Walk“ aus 1997.

Robben Ford über sein neues Album: „›Pure‹ ist anders als alle anderen Aufnahmen, die ich je gemacht habe. Ich war schon immer ein Traditionalist, was die Arbeit im Studio angeht: eine großartige Band in einen großartigen Raum mit einem großartigen Tontechniker bringen, die Songs drei bis fünf Tage lang aufnehmen, alle notwendigen Overdubs machen, dann mischen und mastern.“

Und weiter heißt es „Auf diese Weise habe ich auch ›Pure‹ begonnen. Aber irgendwie fühlte sich der Einfluss der anderen Musiker auf die Musik, der unvermeidlich ist, immer ein wenig daneben an. Es wurde mir klar, dass ich diese neue Musik von Grund auf selbst gestalten musste. Mein Tontechniker und Co-Produzent Casey Wasner war dabei von unschätzbarem Wert, und der größte Teil der Musik, die Sie auf dieser Aufnahme hören werden, wurde von uns beiden gemeinsam in seinem Studio Purple House gemacht: Wir haben der Musik die richtige Form und das richtige Gefühl gegeben und dann Bass und Schlagzeug nachträglich hinzugefügt.“

Das Ergebnis umfasst neun neue Songs, die eine „puren“ Robben Ford zeigen – einen Gitarrenvirtuosen, der über ein enormes musikalisches Vokabular aus Jazz, Blues und Rock verfügt.

„Pure“ ist ein Album geworden, welches nahtlos souligen Westküsten-Vibe mit bluesigem Hardrock verbindet. Obendrein bietet „Pure“ außergewöhnliche Gastmusiker wie Nate Smith, Toss Panos, Shannon Forest und viele mehr.

„Da ich auf diese Weise gearbeitet habe, habe ich das Gefühl, dass ›Pure‹ vielleicht die vollständigste Darstellung meiner persönlichen musikalischen Vision ist. Frühere Aufnahmen waren Produkte einer Entwicklungsphase, die zu der hier vorgestellten Musik führten. Es war sehr befriedigend, meine eigenen Kompositionen so gründlich geformt zu haben und etwas abzuliefern, das so ganz und gar mir gehört.“, so der Gitarrist.

Wie sein neues Album klingt, verriet Ford im Mai mit der ersten Single „Rock Beer…8 Cents“. „Pure“ gibt es in drei verschiedenfarbigen, limitierten Vinyl-Varianten, auf klassisch-schwarzem Vinyl, Yellow Vinyl oder Clear Vinyl, sowie als CD im Digipak.

Martha Wainwright

Love Will Be Reborn

Martha Wainwright ist wieder am Start. Die betörende Performerin und Songwriterin meldet sich mit „Love Will Be Reborn“ zurück, ihrem ersten neuen Album seit fünf Jahren.

Es ist ihr erstes Album seit dem 2016 erschienenen „Goodnight City“ und das erste seit dem 2012 erschienenen, hochgelobten „Come Home To Mama“, das ausschließlich eigenes Material enthält. Alle elf Songs auf ‚Love Will Be Reborn‘ sind von Martha geschrieben. Den ersten Song, der dann auch zum Titeltrack wurde, schrieb sie vor einigen Jahren in einer für sie persönlich sehr dunklen Zeit.

‚Love Will Be Reborn‘ erscheint heute und spielt auf den Schmerz der letzten Jahre an, während er gleichzeitig ein Gefühl von Optimismus für die Zukunft einfängt. Mit ihrer wundersamen, charakteristischen Stimme umspielt sie den Herzschmerz mit schwindelerregender Wirkung.

„Ich habe den Song innerhalb von zehn oder fünfzehn Minuten komplett geschrieben“, gibt sie zu. Martha begann, den Song live zu spielen, bevor sie das Album aufnahm, und er wurde so etwas wie eine Hymne, die ihr Hoffnung gab, als sie sie am meisten brauchte. Der Song und das gesamte Album wurden von Pierre Marchand produziert, der für seine Arbeit mit Rufus Wainwright bei „Poses“, den McGarrigle’s bei „Heartbeats Accelerating“ und einem Großteil von Sarah McLaughlins Katalog aus den 90ern bekannt ist.

Aufgenommen wurde das Album in Marthas Heimatstadt Montreal, im Keller des Cafés Ursa, das auch als Studio diente, und in den PM Studios. Martha spielt Gitarre und Klavier und holte sich die Hilfe der Torontoer Musiker Thom Gill (Gitarren, Keys, Back-ups) Phil Melanson (Schlagzeug, Percussion) und Josh Cole (Bass). Pierre Marchand spielt Keyboards auf ‚Love Will Be Reborn‘ sowie zwei weiteren Tracks, während Morgan Moore auf mehreren Songs Bass spielt.

Laura Kipp

Quiet Land

– Die Stuttgarter Sängerin Laura Kipp zusammen mit Bassist Jens Loh und Pianist Cornelius Claudio Kreusch

– „Diese junge Frau…ist hervorragend, und ihr alle werdet in Zukunft noch von ihr hören“ (Quincy Jones)

– Von Cornelius Claudio Kreusch produziert

Dem Urteil eines Mannes, der nicht nur die Geschichte des Jazz auf wie hinter der Bühne mitgeprägt, sondern als Produzent auch Michael Jackson zum „King of Pop“ gemacht hat, sollte man vertrauen: „Diese junge Frau braucht sich um ihre Karriere nicht zu sorgen. Sie ist hervorragend, und ihr alle werdet in Zukunft noch von ihr hören“ – sagt Quincy Jones über Laura. Was 2017, als sich die beiden bei den Stuttgarter Jazz Open kennenlernten, noch eine Prophezeihung für die damals 21-jährige Sängerin Laura Kipp war, bestätigt sich jetzt. Mit ihrem Debütalbum „Quiet Land“ unter dem Signum LAURA legt sie mit einer Kombination von Attributen ihr Debut-Album vor: Jugendliche Frische trifft auf erstaunliche Reife, Charisma auf Understatement, die Freiheit und Intellektualität des Jazz auf die unmittelbar emotionale Kraft von Pop, Soul und Chanson.

Die Sängerin schlägt den Bogen vom heimischen Schwabenland bis nach Paris, New York oder Los Angeles, von strahlenden Songwriter-Balladen bis zu taffem Vokalese-Jazz, von souligem Blues bis zu streichergesättigtem Hollywood-Sound. Und sie hat bereits die einzigartige Kraft des Jazz verinnerlicht, die im Zusammenwirken von individuellem Ausdruck und gemeinsamer Kreativität liegt. So entstand in Zusammenarbeit mit ihrem Mentor und Bassisten Jens Loh sowie dem Produzenten Cornelius Claudio Kreusch ein Jazzalbum jenseits des zwanghaften Experimentieren-Müssens, im besten Sinne ‚old-fashioned‘ und modern zugleich.

Wie vielen Sängerinnen geht es bei LAURA nicht nur um Stimme und Technik, sondern vor allem, um die Kunst, Geschichten zu erzählen. Und so lässt sie auf „Quiet Land“ die Emotionen, Erlebnisse und Begegnungen ihrer bisherigen Karriere Revue passieren, die von den Anfängen in der Stuttgarter Jazzszene (mit dem perfekten Mix von Anne Czichowsky und Fola Dada als Lehrerinnen) über die Berufung in das BundesJazzorchester (BuJazzo) bis zu ihrem Studium in Paris. Das „stille Land“ steht zunächst für die Wurzeln der Heimat, für die solide, bodenständige Basis, die jeder braucht. LAURAs Hommage an ihre Herkunft vom schwäbischen Land umfasst dann aber auch die Inspiration, den Zauber der Großstadt, es geht um eine Reise auf der Suche nach dem eigenen Weg, um das Überwinden aller möglichen Hindernisse. Alles festgehalten in ihren poetischen, eigenen Texten.

Zu den wichtigsten Talenten gehört auch, die richtigen Partner zu finden. So ist „Quiet Land“ wie das Projekt insgesamt nicht zuletzt das Ergebnis der perfekten Zusammenarbeit von LAURA mit dem Bassisten und Komponisten Jens Loh, der unter anderem mit Nils Peter Molvaer, Max Mutzke oder Nils Landgren arbeitete. Was bereits beim Kennenlernen der 25-Jährigen und des 50-Jährigen beginnt. Eher zufällig wurden beide 2017 für einen Club-Auftritt mit einem Chet Baker-Programm zusammengespannt. LAURA hatte Loh bereits mit seiner Band Hippie gesehen und bewundert: „Seine wundervolle Ballade ‚I’ll be around‘ hat mich so berührt, dass ich gleich einen Text darauf geschrieben hatte. Als wir dann für den Gig zusammenkamen, traute ich mich fast nicht, zu fragen, ob ich den verwenden dürfte.“

Ohne es zu wissen, lief Laura damit offene Türen ein. „Mit Hippie spielte ich Funk-Soul-Jazz im Stile von Eddie Harris“, erzählt Loh. „Aber die Stücke, die ich dafür schrieb, wurden immer öfter Songs, von denen ich mir wünschte, dass sie jemand betexten und singen würde. Ich habe das aber nie richtig verfolgt. Umso glücklicher war ich, als LAURA mir vor unserem ersten Auftritt sagte: ‚Jens, es gibt da ein Stück von dir, würde es dir etwas ausmachen, wenn ich dazu einen Text schreiben würde.‘ Darauf hatte ich ja nur gewartet. Und als ich es dann hörte, war ich total begeistert. Das war exakt der Sound, den ich im Kopf hatte. Weil Laura richtig Jazz singen kann, aber auch so etwas Folkiges wie Rickie Lee Jones in der Stimme hat.“

So haben sich zwei gefunden, die sich perfekt ergänzen. Auf „Quiet Land“ ergibt das eine denkbar bunte Kollektion: Vom klassischen Swing mit Saxofon als zweiter Stimme bei „On my Way Home“ und feinem Chanson-Jazz („Jardin Du Luxembourg“ im Stil des von Laura sehr verehrten Michel Legrand und „Même si tu dors“ eher im Nouvelle-Chanson-Modus) bis zu amtlichem Bebop mit Scat-Gesang und Vokalisen („Mr. P´s Blues.“). Und von rasantem Pop („Sassy“) und schwarzem Soulpop („Little Stevie“) über psychedelischen Gitarrenfunk („Speed Of Schall“) und der geheimnisvoll-dramatischen Hymne „S´goed, niet goed“ bis zur melismatischen Ballade „All We Ever Tried“ und dem Titelstück, einem echten „Torch Song“ voller Leidenschaft. Alles freilich geformt vom unverwechselbaren Klang und Ausdruck von LAURAs Stimme. „Wir haben uns über die Musik kennengelernt, wie ich das noch nie mit einem Menschen erlebt habe,“ sagt LAURA über Jens Loh. „Unser ästhetisches Verständnis passt einfach perfekt zusammen,“ gibt Loh das Kompliment zurück.

Die letzten Bausteine für das Debütalbum lieferten Band, Gäste und Produzent. Für die richtigen Töne an Klavier, Keyboards und Orgel sorgt der französische Pianist William Lecomte, ein Bill Evans-Schüler, der mit Jean-Luc Ponty, Vaia Con Dios, Nigel Kennedy und vielen anderen gearbeitet hat. „Wie er einen in seinen Sound einpackt, das ist etwas ganz Besonderes,“ schwärmt LAURA von ihm. Am Schlagzeug legt Eckard Stromer Takt und Tempo vor, der sattelfest in allen Stilen unter anderem mit Cornell Dupree, Ian Anderson oder Randy Brecker spielte. Für die Trompetenparts stieß Joo Kraus dazu, der von Krautrock über Latin und Hip-Hop bis zu Elektro-Jazz ebenfalls alles beherrscht. Weitere gute Freunde aus der Baden-Württemberger Szene fanden sich mit dem Gitarristen Christoph Neuhaus und dem Saxofonisten Markus Harm ein.

Als von LAURA begeisterter Produzent fand sich schließlich der Pianist Cornelius Claudio Kreusch. Zusammen mit seiner Produktionsfirma MUSICJUSTMUSIC® wurde „Quiet Land“ fertig gestellt, Mix und Master stammen vom GRAMMY®- dekorierten New Yorker Toningenieur Ed Reed. Viel kam also zusammen für das souveräne Debüt einer besonderen Stimme, die berührt, mitreißt und begeistert. LAURA liefert mit „Quiet Land“ ein Album ab, das für die Zukunft noch mehr verspricht.

Fabiana Rosciglione

Remembering

Remembering“ versteht sich zurecht als Album mit dem Anspruch einige der schönsten Songs der Musikgeschichte auf einer abspielbaren Scheibe zu vereinen. Unvergessene Werke von Bacharach, Charlie Chaplin, Jobim und den Beatles.

Die Arrangements von Enrico Solazzo widmen sich den Originalen mit Pathos und Eleganz, in dem er Melodien und Harmonien einen neuen Anstrich verpasst. Darüber legt sich Sängerin Fabiana Rosciglione, die sich mit warmer und wandelbarer Stimme auf die Spuren musikalischer Erinnerungen macht.

Die Songs, gesungen auf Französisch, Englisch, Portugiesisch und Italienisch werden von einem orchestralen Klangteppich untermalt.

Text: Millesuoni

jazz-fun.de meint:
Die Interpretationen von Fabiana Rosciglione sind sehr feminin, zart und flüchtig. Auf diesem Album finden wir eine Menge guter Musik, hervorragend arrangiert, brillant gespielt und gut gesungen.

Norah Jones

‚Til We Meet Again

Was für ein Gefühl, was für eine Stimme, was für ein musikalisches Highlight! Eigentlich weiß man bei diesem Album nie, welche Zauberkräfte die Zuhörer gerade in die Songs hineinziehen! Es beginnt mit flüchtig hingeklimperten Akkorden, die Stimme schleicht sich fast unbemerkt in die Harmonien – und irgendwann ist man mittendrin. Plötzlich fangen die Songs an zu leuchten, funkeln immer stärker, werden zu rotierenden Musik-Leuchttürmen die ihre Klangkaskaden verschwenderisch durch die Atmosphäre schleudern.

Obwohl Norah Jones seit mehr als 20 Jahren im Geschäft ist, mehrere Nummer-Eins-Alben veröffentlicht, acht Grammys gewonnen und etwa 35 Millionen Tonträger verkauft hat: Immer noch streiten sich weltweit Kritiker, ob das mittlerweile 42-jährige Wunderkind Jazz, Pop oder Adult-Music macht. Dass die vielseitige Ausnahmekünstlerin Ingredienzien unterschiedlichster Genres mit bewundernswerter Treffsicherheit mischt, ist jedoch unbestritten. Also: Wo liegt das Problem? Jones ist einfach eine gigantisch gute Musikerin deren außergewöhnliche Qualitäten auch x-beliebiges Allerweltsmaterial zu perfekten Ohrwürmern veredelt.

Was wäre besser geeignet, das zu beweisen als ein Live-Album – zumal ihre weltweite Fan-Gemeinde die US-amerikanische Pianistin und Sängerin seit Beginn der Corona-Epidemie nur noch aus der Konserve kennt. Okay, natürlich ist ein Live-Album auch eine Konserve – aber trotzdem etwas anderes als Studio-Aufnahmen. Live-Takes kursieren zwar im Internet, ein reguläres Live-Album gab es außer einer EP und vier Konzert-DVDs von ihr noch nicht. So sieht es zumindest die Zählweise der Plattenindustrie.

Schon der Opener (“Cold, Cold Heart” von Hank Williams) ist ein echter Killer. Die einleitenden Klavier-Akkorde und das raue Timbre ihrer unverkennbaren Stimme lassen dem Zuhörer keine Wahl: Hier hilft nur BEGEISTERUNG. Und so geht es weiter. „Begin Again“ jagt auch schwer erregbaren Zeitgenossen eiskalte Schauer über den Rücken, bei „Flipside“ tastet sich Jones von mildem Säuseln über kraftvolle voluminöse Passagen bis hin zu explodierenden Vokal-Ausbrüchen.

Eingebettet sind diese Pretiosen aus den Jahren 2017 bis 2019 in das perfekt arrangierte Instrumental-Korsett langjähriger Begleitmusiker wie Pete Remm (Keyboards, Gitarre), Christopher Thomas (Bass) und Brian Blade (Schlagzeug). Und diese ausgebufften Sidemen wissen, dass hier nur eins gefragt ist: Antizipation. Sie müssen extrem variabel sein – so dass Jones alle Freiheiten nutzen kann. Doch diese Palette nutzt sie selten exzessiv. Es genügt, wenn sie ihre Stimme passgenau an die Harmonien anschmiegt, mit dem Klavier schräge modern-jazz-verdächtige Akkordfunken aufglimmen lässt und dann mit fast schmerzhaften Blue Notes den Sack wieder zu macht. Das sind nicht nur artistische Leistungen, die man staunend bewundern muss, sondern beinahe schon emotionale Großereignisse, die den Zuhörer psychisch aus der Bahn schmeißen können.

So unprätentiös und spielerisch wie Jones in die Songs einsteigt, so unbemerkt schleicht sie sich auch wieder heraus. Meist bleibt ein letzter Hauch, ein bittersüßer Nachgeschmack – man bedauert, dass es schon zu Ende ist, weiß aber nicht warum. So auch bei „I’ve Got To See You Again“ von ihrem 2002er Debut-Album. Die Klavierakkorde hängen wie Nebelschwaden in der Luft, ihre Stimme schwebt darüber, geht filigrane Allianzen ein, die sich in Sekundenbruchteilen wieder verflüchtigen. Manchmal denkt man an Billie Holliday, dann wieder an Bessie Smith – und erkennt aber schließlich: Das kann nur Norah Jones sein.

Bei „I’ll Be Gone“, einem country-angehauchten Kompositions-Kabinettstückchen ihres Keyboarders und Lebensgefährten Peter Remm springt mir fast der Draht aus der Mütze. Das ist pure Magie: Mehr geht nicht!

So könnte ich mich jetzt durch fast jeden Song fabulieren. Aber ich glaube meine Begeisterung kommt auch so ´rüber. Deshalb begnüge ich mich mit dem Abfeiern des letzten Takes: Bei „Black Hole Sun“ von Soundgarden, einem Titel, den sie seit dem Tod des Sängers Chris Cornell im Repertoire hat, glaubt man zuerst: Na ja – das ist doch viel zu weit weg von ihr, ein solches Stück funktioniert bestimmt nicht. Pustekuchen: Auch diesen kantig-eckigen Grunge-Evergreen macht sie sich untertan, lässt ihn so klingen als wäre es ein Song, der nur eine Bestimmung hat – nämlich von ihr gesungen zu werden.

In einem Interview sagte sie einmal: „Ich arbeite einfach gern und wenn etwas fertig ist, bin ich sehr stolz darauf.“ Auf dieses Album kann sie seeeeeehr stolz sein.

Copyright: Vivian Wang
Label: Blue Note

Joscho Stephan & Peter Autschbach

Sundowner

Joscho Stephan ist ohne Zweifel ein Weltklasse-Gitarrist, den man vor allem wegen seiner unglaublich virtuosen Solotechnik im Django-Reinhardt-Genre kennt, das er auf ganz eigene und wiedererkennbare Weise interpretiert. Bei allen neuen und frischen Ideen wird er dabei trotzdem mühelos dem Erbe Reinhardts gerecht. Im Duo mit mir zeigt sich Joscho von einer etwas anderen Seite: auch virtuos, aber jazziger, teilweise mit Archtop-Gitarre und auch mal Flattop-Akustikgitarre. Es hat großen Spaß gemacht, die Stücke für unser gemeinsames Album „Sundowner“ zusammen mit ihm in meinem Studio einzuspielen (und bei zwei Stücken dazu zu singen) und alles ging sehr schnell. Der Grund ist, dass wir uns immer (auch wenn wir mal eine zweite Version versucht haben) für den „first take“ entschieden haben. Die Musik besteht zur Hälfte aus neuen, eigenen Kompositionen und aus unseren spontanen Interpretationen bekannter Standards. Wir sind beide froh und stolz auf das neue Album und ich bin sehr glücklich, dass es auch als Vinyl-LP erscheinen wird.

Steven Wilson

The Future Bites

Als weltweit gefragter Produzent und Toningenieur arbeitete er für Künstler wie King Crimson, Jethro Tull, Marillion, Roxy Music und viele weitere Legenden. Nachdem er mit Porcupine Tree zum Progressive-Rock-Kultmusiker avancierte, feiert er seit einigen Jahren auch als Solokünstler große Erfolge. Seine letzten drei Alben erreichten in Deutschland die Top drei der Charts. Die Rede ist von Steven Wilson.

2020 ist er wieder zurück, mit einem neuen zukunftsträchtigen Album im Gepäck: Hier »The Future Bites«.

Ein genregrenzenüberschreitendes Gesamtkunstwerk

Musiker, Sänger, Produzent, Toningenieur und Progressive-Rock-Ikone Steven Wilson stellt 2021 sein mit Spannung erwartetes neues Album vor.

»The Future Bites« heißt der mittlerweile sechste Sololongplayer des Briten, der Nachfolger von »To The Bone« aus dem Jahr 2017.

Insgesamt neun neue Songs hat Wilson dafür geschrieben, aufgenommen und zusammen mit David Kosten (Bat For Lashes, Everything Everything) produziert.

Inhaltlich dreht sich die Platte vor allem um die Süchte des 21. Jahrhunderts. »The Future Bites« erkundet den menschlichen Verstand in Zeiten des Internets und blickt neugierig in die Zukunft.

Wie das neue Album klingt, verriet der Musiker vorab mit dem rund zehnminütigen Track »Personal Shopper«, der im März erschien.

Zwischen Progressive Pop und sphärischen elektronischen Sounds, Krautrock und Funk, akustischen Arrangements und epischen Klanglandschaften ist »The Future Bites« von Steven Wilson ein genregrenzenüberschreitendes Gesamtkunstwerk geworden. Wer sich selbst überzeugen will, kann es jetzt einfach online bestellen.

Rezensionen

»Steven Wilson ist immer noch er selbst – nur mit anderen Hilfsmitteln und Ausdrucksformen.« (Audio, Februar 2021)

Guten Rutsch & Happy New Year

Hallo Leute,
Ich wünsche uns allen für 2021

… das Corona wieder ein Bier ist
… dass wir, wenn wir uns wiedersehen, wieder einen Schritt nach vorne machen und nicht mehr zurück
… dass Positiv auch wieder was Positives ist
… dass Tests wieder in der Schule stattfinden
… dass Isolieren wieder für Häuser und Kabel gilt
… dass man mit einer Maske Karneval feien kann
… dass wir den Menschen, die für uns da waren und da sind, nicht nur verbal Wertschätzung entgegenbringen
… und dass Donald wieder eine Ente ist

HARDY und HEROES

Hinter „HARDY und HEROES“ steht der Dessau-Roßlauer Musiker & Entertainer Frank „Hardy“ Wedler.
Der ist natürlich gebürtiger „Ossi“, hat die „wilden Zeiten“, von denen die ersteSingle „Im Osten geboren“so originell berichtet, als Kind und Jugendlicher in der DDR mitgemacht–weiß also, wovon er redet.
Ostrockbandswie City, Karat, Rockhaus und Keimzeit, aber(na klar) auch Deutschrocker „West“ wie Lindenberg und Westernhagen, waren es, die damals in ihm schon früh dasVerlangen weckten, selber Musik zu machen –mit Deutschrock ist er aufgewachsen, Deutschrock liegt ihm im Blut, ist seine Passion.
Den Spitznamen „HARDY“ allerdings verdankt er seinem jahrelangen (allerdings auch ziemlich erfolgreichen) Ausflugals „DJ hartman“ in die Partycharts und auf die großen Eventbühnen eines mitteldeutschen Radiosenders. Schon bald zog es ihn dann aber auch wieder zuseinen Wurzeln zurück–der Name „LINDENHAGEN“ steht seit Jahren für spektakuläre und authentische Lindenberg-und Westernhagen Tribute-und Doubleshows seiner („West“-) Heroes Lindenberg-und Westernhagen.
Das Verlangen aber, wieder etwas Ureigenes zu machen, wurde immer größer–HARDY taufte seinen wiedergefundenen Groove “Bock ́n Roll”, hat seither u.a. den Dessau-Roßlauer Handballern vom DRHV 06 einekultige Hymne geschrieben, mit dererdann auch schon mal das erreichte, wovon viele Musiker träumen: einmal einen eigenen Songgemeinsam mit einem Sinfonieorchester aufführen.
Er durfte das mit Opernchor & Anhaltischer Philharmonie des Anhaltischen Theaters Dessauvor jeweils über 1000 begeisterten Zuschauern in der Dessauer Anhalt-Arena-ein Erlebnis,das ihn bis heute berührt. 2018 dann unterstützteer mit seiner Band „Lindenhagen“ die Dessauer „Biker zeigen Herz für Kinder“ mit einem Benefizkonzert, performte dort u.a. eine umjubelte Liveversion des „City“-Klassikers „Am Fenster“ -eine Initialzündung: Nur kurze Zeit später entstand mit „IM OSTEN GEBOREN“ein Denkmal für HARDY ́s Heroes Ost –spätestens jetzt erklärt sich auch der Projektname … !!!

Der in kurzer Zeit zu einer neuen Osthymne mutierte Ohrwurmsong begeistert seit seiner VÖ unglaublich viele Menschen nicht nur in Ostdeutschland, und auch bei Presse, Radio und TV stießen Song und Projekt inzwischen auf breites Interesse. Und so berichtetenauch im Zuge der Folge –VÖ ́s immer wieder auch diverse Medien wie der MDR oder die „SUPER Illu“Mit gutem Grund, denn schon mit dem Folgesong “Für dich da“ trafen „Hardy und Heroes“mehr als nur den Nerv der Zeit: die Geschichte um echte Helden und Helfer (authentischbis hin zu der Tatsache, daß der gitarrespielende

Rettungssanitäter im Video, der „HARDY und HEROES“ Gitarrist Marcel Urbanski, tatsächlich als Rettungssanitäter 12h-Schichten fährt …) erschien am 9.1.2020 und sollte nur wenig später durch Corona ihre, wenn auch unschöne, Bestätigung bekommen.

Auch Annett Barakowski, Frau des leider viel zu früh verstorbenen Michael Barakowski (Interpret / Verfasser des Ostrockklassikers „ZEIT, DIE NIE VERGEHT“) war und ist seit „Im Osten geboren“ begeistert von „HARDY und HEROES“–und Hardys Stimme –und so stand für sie schnell fest, wem sie das Vertrauen schenken würde, eine Jubiläumsversion des Megahits ihres Michas aus dem Jahr 1985 zu realisieren.

Es folgte also auf „Für dich da“ am18.7.2020 mit „ZEIT, DIE NIE VERGEHT“-DÉJÀ VU“ weit mehr als die Coverversion eines Ostrockklassikers, sondern einegelungene Hommage an einen großartigen Evergreen und seinen Interpreten–nahdran am musikalischen Stil des Originals, aber gleichzeitig auch beeindruckend und soundgewaltig ins Hier und Jetzt transportiert.

Da war es nur konsequent, daß am 9.10. endlich (weil von Vielen lang erwartet) der legitime „Nachfolger“ von „Im Osten geboren“ erschien: „Wilde Zeit“erzählt eine wunderschöne Geschichte aus vergangenen Tagen und läßt beim Zuhören ganz automatisch Erinnerungen an die eigene Jugend aufflammen –Gänsehautfeeling inclusive! Die Fortführung der Idee, diverse Musikklassiker zu einer Geschichte zu formen, mit der man sich, egal wo man zuhause ist, sofort identifizieren kann. Während dessen brachte das Jahr 2020 auch für „Hardy und Heroes“reihenweise Konzertabsagen mit sich –dabei hatte man sich natürlich unglaublich gefreut, endlich auch live Danke zu sagen für all den Zuspruch, den man seit August 2019 erhalten hatte! Aber statt in Kummer und Stillstandzu versinken, versuchen die Jungsweiterhin optimistisch in die Zukunft zu schauen: mit ihrem am 11.12.2020 veröffentlichten Featering („HARDY UND HEROES feat. WARTHY“) „1000 Hände“ möchten sie ein Stück weit Hoffnung und Zuversichtverbreiten.

Denn manchmal sind es nur kurze Augenblicke, die zu „Momenten für die Ewigkeit“ werden. Manchmal sind es eben diese Momente aus der Vergangenheit, die uns in dieser Gegenwart Hoffnung auf die Zukunft geben. Und manchmal gibt es auch Mut und Kraft,zu wissen, daß uns in diesem außergewöhnlichen Hier und Jetzt „1000 Hände“zur Seite stehen.