Emmylou Harris – Hard Bargain

W(W)S Kalenderblatt vom 26. April

Emmylou Harris zeigt auf ihrem am 26.04. 2011 erschienenen Album „Hard Bargain“ eindrucksvoll, dass sie auch nach Jahrzehnten im Geschäft nichts von ihrer emotionalen Tiefe und künstlerischen Relevanz eingebüßt hat. Das Album besticht durch seine Reduziertheit. Neben Emmylou Harris selbst waren nur Produzent Jay Joyce und Musiker Giles Reaves an den Aufnahmen beteiligt.

Hier ist meine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte des Albums:

  • Persönliches Songwriting: Das Album ist eines ihrer persönlichsten Werke, da sie fast alle Stücke selbst geschrieben hat. Sie verarbeitet darin Abschiede und Erinnerungen an Weggefährten, wie in dem berührenden Tribut an Kate McGarrigle („Darlin‘ Kate“) oder in Rückblicken auf ihre Zeit mit Gram Parsons („The Road“).
  • Schlanke Produktion: Produzent Jay Joyce setzt auf ein fast minimalistisches Setting. Neben Harris‘ Akustikgitarre und Joyce an verschiedenen Instrumenten (oft Gitarren oder Keyboards) gibt es meist nur dezente Perkussion. Das verleiht dem Album eine intime, fast schon greifbare Atmosphäre.
  • Musikalische Bandbreite: Trotz der reduzierten Besetzung variiert die Stimmung von melancholischen Folk-Balladen bis hin zu rockigeren Tönen wie in „New Orleans“ oder dem poppig angehauchten „Six White Cadillacs“.
  • Die Stimme: Über allem schwebt ihre charakteristische, zerbrechlich-klare Stimme, die den Songs eine zeitlose Qualität verleiht.

Fazit: Hard Bargain ist kein glattpoliertes Country-Album, sondern ein ehrliches, handgemachtes Spätwerk einer Ikone. Es ist besonders für Fans empfehlenswert, die die leisere, nachdenkliche Seite von Emmylou Harris schätzen.

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