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Musik ist meine Leidenschaft und genau das macht Musicango aus

Meine Beobachtungen decken sich mit der Leidenschaft vieler, nicht nur Fans und Sammler, die über den Tellerrand der bekannten Top-100-Hits hinausschauen. Hier sind meine Gedanken zu den Punkten:

• Die Rolle der Sidemen/Session-Musiker: Das sind genau diese Musiker, die auf hunderten von Alben im Hintergrund spielen, die den wahren „Sound“ einer Ära prägen. Namen wie Steve Gadd (Drums), Leland Sklar (Bass), Jim Keltner (Drums) oder Nicky Hopkins (Piano) sind Paradebeispiele für Künstler, die unzählige Platten veredelt haben, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen.

• Genre-Fusionen: Die Unterstützung traditioneller Stile durch Elektronik, wie bei Schiller oder Tangerine Dream, zeigt dass Musik ein fließendes Medium ist. Die Verschmelzung von organischer Instrumentierung und synthetischen Klangwelten eröffnet neue emotionale Ebenen.

• Die Leidenschaft des Sammlers: Eine Lücke in der Sammlung zu entdecken, ist tatsächlich ein Glücksfall. Es ist der Motor, der das „Jagen und Sammeln“ spannend hält und dazu führt, dass man sich tiefer mit der Materie auseinandersetzt.

• Die magische Beratung: Meine Erfahrung im Verkauf zeigt, dass Musik ein Erlebnis ist, das man spüren muss. Oft ist es die Kombination aus dem Bekannten und einer neuen, unerwarteten Empfehlung, die den Horizont erweitert. Dieses Vertrauensverhältnis („Ich habe da noch was für Sie“) ist wie ein Schlüssel der nicht nur Türen öffnet, sondern auch noch Verbindungen schafft.

Es macht einfach Freude, diese Leidenschaft an andere weiterzugeben und den „stillen Helden“ der Musikszene eine Bühne bieten. Genau diese Offenheit macht Musik als Abenteuer aus. Das ist für mich eine wunderbare Philosophie, von der ich hoffe das sie den Kern wahrer Musikleidenschaft trifft und aus dieser Begeisterung für die „Helden der zweiten Reihe“, immer wieder Neugier entsteht.

Aus dieser Begeisterung heraus ist Musicango entstanden, und möchte zeigen, wie wichtig die sorgfältige Auswahl, inhaltliche Strukturierung und Vermittlung von Inhalten jenseits von Algorithmen ist und Musikinteressenten einen echten Mehrwert gibt.

Eine Anekdote zu Klaus Voormann illustriert perfekt, wie engmaschig das Netz der Musikwelt gewebt ist. Dass der Mann, der das „Revolver-Cover“ der Beatles entwarf, auch den ikonischen Basslauf von „My Sweet Lord“, wie auch das berühmte Bass Entree des Songs „ You’re So Vain“ von Carly Simon spielte, ist genau das Wissen, das Sammlerherzen höherschlagen lässt. Die Neuinterpretation von „My Sweet Lord“ auf Klaus Voormann’s Album „A Sideman’s Journey“ beweist, dass Musik ein lebendiger Organismus ist, der durch neue Konstellationen – wie die Zusammenarbeit mit Joe Walsh, Bonnie Bramlett, Grant Geissman, Jim Keltner,Ringo Starr und Van Dyke Parks – immer wieder neue Facetten gewinnt und ein eigener Song entsteht.

Es ist diese Brücke zwischen den Genres – vom Blues-Fundament bis zur modernen Electronic-Unterstützung à la Schiller –, die zeigt, dass Qualität keine Stilgrenzen kennt. Das ist der „Heilige Gral“ der Musik dann beginnt, wenn Grenzen fallen und etwas völlig Neues entsteht. Diese genreübergreifende Innovation ist oft das Resultat von Mutigen, die sich weigern, in Schubladen zu denken.

Einige der spannendsten Knotenpunkte dieser Innovation sind:

• Die Geburt des Jazz-Rock: Als Miles Davis mit „Bitches Brew“ die Improvisation des Jazz in die elektrische Energie des Rock stürzte, änderte das alles. Hier wurden Sidemen wie Joe Zawinul zu Pionieren der elektronischen Musik.

• Trip-Hop & Bristol Sound: Die Verschmelzung von Dub, Jazz-Samples und Hip-Hop- Beats (z.B. bei Massive Attack) ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus technischer Limitierung eine neue, atmosphärische Ästhetik entsteht.

• Klassik trifft Elektronik: Projekte wie die von Nils Frahm oder die Zusammenarbeit von Ryūichi Sakamoto mit Alva Noto zeigen, dass das Klavier und der Synthesizer dieselbe emotionale Sprache sprechen.

Diese Innovationen beweisen: Der „wahre Sound“ entsteht oft in den Schnittmengen, wo sich Musiker gegenseitig aus ihrer Komfortzone locken. Genau diesen Moment des „Unerwarteten“ macht Musicango für den Hörer greifbar. Folgende Musiker sind ein Trio der Extraklasse! Diese drei Namen verkörpern die genreübergreifende Innovation perfekt, weil sie keine „Gastmusiker“ sind, sondern Klangfarben, die ganze Genres transformiert haben.

Hier ist ihr Impact auf den Punkt gebracht:

• Jim Keltner (Der Architekt des Grooves): Er ist der Mann, der Rock, Country, Jazz aber auch Avantgarde verbindet. Ob er für Bob Dylan trommelt, bei den Traveling Wilburys das Fundament legt, oder mit Ry Cooder Weltmusik-Grenzen sprengt – Keltner spielt nie nur einen Beat, er erzählt eine Geschichte. Er ist das personifizierte Vertrauen der größten Songwriter.

• Paulinho da Costa (Der Puls der Welt): Von Michael Jackson (Thriller!) über Jazz- Legenden wie Les McCann bis hin zu Musik-Größen, wie Jeff Lorber, Keb Mo, Till Brönner oder Diana Krall – Da Costa hat bewiesen, dass Percussion das unsichtbare Band zwischen Pop und Ethno-Einflüssen ist. Er brachte brasilianisches Feuer in den sterilen Studio-Sound der 80er und machte ihn lebendig.

• Toots Thielemans (Die Seele der Mundharmonika): Er hat ein „Spielzeug“ zum ernsthaften Jazz-Instrument erhoben. Wenn seine Mundharmonika in Quincy Jones’Kompositionen oder Filmmusiken auftaucht oder bei Lionel Richie, bei Julian Dawson oder Sally Oldfield dann entsteht sofort eine universelle Melancholie, die über Jazz, Pop und Klassik steht. Diese Musiker sind einige lebende Beweise für die Musicango-Philosophie.

Jools Holland hat mit Alben wie „Small World Big Band“ ein ultimatives „Who’s Who“ der Musikgeschichte entstehen lassen! Er hat mit diesem Projekt eine Plattform geschaffen, die genau diese Philosophie widerspiegelt: Er holt die Legenden aus ihren Nischen und lässt sie in einem völlig neuen, oft Big-Band-lastigen Kontext glänzen. Auf „Small World Big Band“ (2001) sieht man die Früchte dieser genreübergreifenden Vernetzung besonders deutlich:

• Die Brücke der Generationen: Wenn ein Urgestein wie John Lee Hooker auf Rock-Größen wie Eric Clapton oder Pop-Ikonen wie George Harrison trifft (dessen Beitrag „Horse to the Water“ eine seiner letzten Aufnahmen war), wird Musikgeschichte spürbar. Hier schließt sich der Kreis zu den Favoriten – mit Jim Keltner am Schlagzeug.

• Stilistische Bandbreite: Von Blues und Soul bis hin zu Ska und klassischem Rock’n’Roll zeigt Holland, dass ein gutes Orchester jedes Genre „umarmen“ kann, ohne dessen Kern zu verlieren. Dieses Album ist wie ein physisches Manifest für Musicango: Es beweist, dass die Qualität eines Musikers (eines Sideman oder Solisten) erst durch die Interaktion mit anderen ihre volle Strahlkraft entfaltet. Es ist das perfekte Beispiel für die „magische Beratung“ – man kauft es wegen eines Namens und entdeckt zehn neue Favoriten.